Alle Jahre wieder ...
kommen die Beiträge, dass bald Weihnachten ist mit den üblichen langweiligen Geschichten: Vorweihnachtlicher Einkaufsmarathon, Stress, alles Liegengebliebene der letzten zehn Jahre erledigen wollen, den Ehrgeiz, als erster Last Christmas im Radio zu hören, sich lustige Weihnachtsliedtrinkspiele ausdenken, echte Glaskugeln für den Weihnachtsbaum kaufen, Baum schmücken, neue Kugeln aus Plastik kaufen, Heim dekorieren, die Ein-Euro-Läden nach einer Lichterkette absuchen, Plätzchen backen, wünschen, Rolf Zuckowski wäre nie geboren worden, die vermeintlich bestellte Gans abholen wollen, eine nichtbestellte Tiefkühlente kaufen, Essen kochen, Essen essen, dreimal "Drei Nüsse für Aschenbrödel" gucken, bei Dickens Weihnachtsgeschichte weinen, schnell die Jesusgeschichte lesen, Termine für Kindergottesdienste suchen, Glaubensdiskussionen führen, einen Weihnachtsmann suchen, Kinder bescheren, Weihnachtslieder singen, Weihnachts-CD hören, Familie Heinz Becker gucken, Plätzchen essen, drei Stunden lang aufgedrehte Kinder ins Bett bringen, bekotzte Kinderbetten abziehen, Fencheltee kochen, wie eine Sardine zwischen den Kindern schlafen, von einem Kinderfuß im Gesicht geweckt werden. Mal ehrlich, wer liest das denn? Und wenn ja, warum?
Sankt Martin ist viel spannender: Wenn man allein mit Kind und Baby ist, es in Strömen regnet, das Baby schreit, weil es Hunger oder die Hosen voll oder beides hat, das Kind müde ist, das Kind heult, weil es NICHT alle Süßigkeiten essen soll, die Kinder im Auto angeschnallt sitzen und heulen, das Wasser die Brille heruntertropft, der Kinderwagen beim Zusammenklappen klemmt, die tapetengkleisterte Seidenpapierlaterne aufweichend in sich zusammensackt, der Haustürschlüssel natürlich ganz unten in der Tasche ist, der nächste freie Parkplatz 200 Meter entfernt ist, die Kinder wieder wach werden, nachdem man sie ins Haus geschleppt hat, der Rücken verspannt ist. Und dann vergessen hat, die Klingel auszustellen …
claudia kring am 06. Dezember 11
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